Bauvorhaben

So sieht die Bebauung bis jetzt aus – Einfamilienhäuser prägen das durch Bauvorschriften “sichergestellte” Bild. Auf der Rückseite befindet sich das Naturhabitat. (Foto: H. Eising)

So sieht die Bebauung bis jetzt aus – Einfamilienhäuser prägen das durch Bauvorschriften geschützt geglaubte Bild. Auf der Rückseite befindet sich das Naturhabitat.
(Foto: H. Eising)

In Hamburg Eidelstedt am Duvenacker ist der Bau von Wohnungen in Massivbauweise geplant, um Flüchtlingen Wohnraum zu schaffen. Soweit klingt das nach einer guten Maßnahme. Der Haken an der Sache: Die Stadt beabsichtigt dort auf einem Natur- und Ackerland unter Missachtung der vorhandenen Bebauungspläne und mit eklatanten Verstößen gegen geltendes Recht, 114 Wohneinheiten in 4-geschossiger Bauweise zu errichten. Dort sollen dann rund 600 Flüchtlinge „einquartiert“ werden. Dies birgt große Probleme!

  • In den 114 Wohneinheiten sollen rund 600 Flüchtlinge untergebracht werden. Eine Integration der Flüchtlinge ist durch die Konzentration auf kleiner Fläche nahezu ausgeschlossen und führt zu Parallelgesellschaften!
  • Das Viertel besteht, so wie es der Bebauungsplan vorschreibt, aus Einfamilienhäusern in eingeschossiger Bauweise. Die nun zu bebauende Fläche gehört zum Naturschutzgebiet! Damit der neue Bebauungsplan verabschiedet werden kann, wird voraussichtlich in den kommenden Wochen der Naturschutz für dieses Gebiet durch den Senat einfach aufgehoben.
  • Die Anwohner befürchten eine Ghetto-Bildung, wie sie in anderen Stadtteilen in der Vergangenheit bereits für viel Unruhe gesorgt hat. Die Stadt sollte aus ihren Fehlern der Vergangenheit lernen.
  • In der näheren Umgebung befinden sich nicht annähernd genügend Sozial- und Freizeiteinrichtungen, wie z.B. Kindergärten, Schulen, Spiel- und Sportplätze, etc. Auf diese besorgniserregenden Defizite an der vorhandenen Infrastruktur wird keine Rücksicht genommen. Zu Feuerwehr, Rettungswesen und Polizei liegen bisher keine konkreten Erweiterungspläne vor.
  • In ca. 15 Jahren, so heißt es, sollen die Wohnungen dann als Sozialwohnungen zur Verfügung gestellt werden. Interessant hierbei: Es sind für die 114 Wohneinheiten nur 22 Pkw-Stellplätze geplant. Für weitere ist kein Platz vorhanden.
  • Die Missachtung des Baugesetzes durch das ignorante Übergehen erforderlicher Planungsschritte stellt einen enteignungsgleichen Eingriff durch die Stadt dar. Ohne die Bürger mit in die Planung einzubeziehen oder Rechtssprechung zu ermöglichen, sollen die Blöcke bis Ende dieses Jahres errichtet werden.
  • Anwohnern wurden in der Vergangenheit Bauanträge zur Erweiterung ihrer Häuser auf ihrem eigenen Grundstück abgelehnt, “weil das zu nah an der Autobahn sei”. Die Lärm- und Abgasemissionen seien unzumutbar. Die Lärmbelastung dieses Gebietes hat seit dem ständig durch stark wachsenden Verkehr auf der Autobahn zugenommen. Der Ausbau der A7 mit 10 Fahrspuren wird sich trotz Erhöhung des vorhandenen Lärmschutzwalls um 1 Meter zusätzlich negativ auswirken.
  • Die geplanten “Wohnklötze” werden den vorhandenen Häusern direkt an die Grenze gebaut. Die Wohnqualität der jetzigen Anwohner wird extrem eingeschränkt.

Die Grünfläche zwischen dem Niendorfer Gehege und der A7 soll 115 Wohneinheiten für 600 Flüchtlinge weichen. (Quelle: http://www.hamburg.de/planportal/)

Die Grünfläche zwischen dem Niendorfer Gehege und der A7 soll 115 Wohneinheiten für 600 Flüchtlinge weichen.
(Quelle: http://www.hamburg.de/planportal/)

So hätte es die Stadt gern: die rosa Fläche stellt das Gebiet für die Bauplanänderung dar. Oberhalb der bereits bebauten Grundstücke befindet sich das Naturschutzgebiet.

So hätte es die Stadt gern: die rosa Fläche stellt das Gebiet für die Bauplanänderung dar. Oberhalb der bereits bebauten Grundstücke befindet sich das Naturschutzgebiet. (Quelle: Bezirk Eimsbüttel, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung)

So sieht der neueste vorläufige Plan der Stadt aus. Sieben Gebäude in dreigeschossiger Bauweise sollen auf den Duvenacker.

So sieht der neueste vorläufige Plan der Stadt aus. Sieben Gebäude in dreigeschossiger Bauweise sollen auf den Duvenacker.